Orientalische Fächer hatten einen bedeutenden Einfluss auf die europäischen Handfächer – damals wie heute. Neben der chinesischen Handwerkskunst prägte das japanische Leben und die Kultur die Fächer wie wir sie heute kennen. Tausendjähriger Einfluss, kombiniert mit einzigartiger Expertise der Handwerker, schufen aus Mythen den japanischen Fächer – den „Ogi“ bzw. „Uchiwa“.

Japanischer Fächer – Kulturschätze Japans öffnen sich der Welt

Der japanische Fächer blieb Jahrhunderte lang, durch die Isolation Japans, der umgebenden Welt nahezu verborgen. Holländischen Seefahrern wurden im 16. und 17. Jahrhundert erstmals der Zugang und Handel in den Seehäfen erlaubt. Mit dem Ende der Edo Periode öffnete sich Japan der westlichen Welt und somit dem Handel.

Ogi – Japanischer Handfächer als Exportschlager

  • Enorme Nachfrage nach dem Ogi bzw. Uchiwa aus den USA, Frankreich, England und Deutschland
  • Fertigung charakteristischer japanischer Handfächer für den Export durch Japan
  • Speziell für den Markt agepasste Fächer – kunstvoll verziert und sorgfältig ausgearbeitet
  • Ogi wurde zu einem wichtigen Symbol für Japan und den Rest der Welt

Nutzung des japanischen Fächers in Militär und Kultur

Im Laufe der Zeit erwuchs der japanische Fächer vom profanen Kühlungsinstrument zu einer Form der Netiquette und Militärwerkzeug. Die militärischen Akademien lehrten mittels der Verwendung von Handfächern Signale und Kommandos während der Kämpfe zu geben. Weiterhin wurden die militärischen Fächer aus Japan als Schild für das Parieren von Angriffen genutzt.

Ita Ogi Fächer mit Landschaftsmotiv ca. 1880

Ita Ogi Fächer mit Landschaftsmotiv ca. 1880

Japanischer Fächer als Kampffächer

  • „Uchiwa“ und „Ogi“ sind allgemeine Bezeichnungen für japanische Fächer
  • „Hiogi“ ist eine Zusammensetzung aus „hi“ Zypressenholz und „ogi“ Fächer
  • Spezielle Handfächer für den Shogun und die Samurais
  • Kampffächer („gunsen“ oder „tessen“ sind aus Eisen hergestellt

Umgang erlernen in japanischen Schulen

Daneben wurde in den japanischen Schulen der Handfächer als prominentes Instrument im Theater verwendet. Im No- und Kabuki-Theater unterstützte der Handfächer die Dramaturgie, den Gesang und den Tanz maßgeblich. Hier war der antike Fächer „Maiogo“ (Tanz-Fächer) beliebt, der für das Hervorheben von Gegenständen und Unterstreichung von Emotionen diente.

Japanischer Fächer – Verwendete Materialen und Herkunft

Die meisten Uchiwa bestanden aus festem Bambus mit einem Fächerblatt aus Seide oder Papier mit vielfältigen Variationen des Rahmens. Im Einsatz für Tee-Zeremonien wurde bspw. ein kleiner Uchiwa, bestehend aus nur drei Stäben, genutzt – der Rikyu Ogi. Hergestellt wurden all diese Variationen hauptsächlich in Edo (heute Tokyo), Osaka, Kyoto und Yamato.

Noch heute ein beliebtes Accessoire in Japan

  • Japanischer Fächer hat sich bis heute im japanischen Leben erwiesen im Gegensatz zu Handfächern in anderen Kulturkreisen
  • Im täglichen Gebrauch wird der Uchiwa als Schattenspender für heiße Sommertage genutzt
  • Japanischer Fächer als integraler Bestandteil des öffentlichen und zeremoniellen Lebens
  • Requisite im Theater, Hilfsmittel für den Kampfrichter und bei buddhistischen Zeremonien

Angepasst an Zeitgeist und Geschmack

Früher wie heute finden sich einfache Uchiwas für den Massenmarkt sowie hochwertige und einzigartige Ogis für gehobene Ansprüche. Charakteristisch für die heutige Zeit der japanischen Fächer ist, dass die Jahreszeiten als Motiv thematisiert werden. Seien es im Frühling das Blühen der Kirschblüten oder der farbenfrohe Wechsel in die Herbstzeit. Die Beliebtheit des japanischen Fächers ist bis heute ungebrochen.